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Ein einziger Tag

   Ein einziger Tag

Ich frage mich viele Stunden tausendmal,
Woher mir dieses Lastbewusstsein kommt.
Dieser dumpfe tiefe Schmerz …
Einen einzigen Tag frei sein!
Frei, fern von Kummer, Sorgen, Last,
Wie Lieder in den Wäldern.

Ich habe Freude oft verloren,
Mich zu empfinden in der Mattigkeit.
Ich bin gequält in meinem Weiterschreiten.
Einen einzigen Tag frei sein!
Hoch fliegen über den Wolken möchte ich.
Das Vergessen suchen.

Und bitter, daß ich mich oft nicht wehren kann.
Ich schüttele mich in Horror-Träumen,
Es hilft nicht Genuss noch Raserei.
Einen einzigen Tag frei sein!
Über das helle Wasser gehen.
Meiner Seele Flügel geben.

Ich bin mit Gott und seiner Welt zerfallen,
Habe nie gebetet noch gläubig gefühlt.
Möglich, daß es den Demutfrieden gibt.
Einen einzigen Tag frei sein!
Nichts wissen mehr von bitteren, langen Nächten,
in denen die Augen groß werden vor Not.

Ich muß doch Mensch sein, in allem Widerspruch.
Ich fühle, ich kann glauben, wie ich muß.
Wie bist du müde, Welt, die mich geboren,
Einzig bereit, mir Ketten aufzudrücken.
Mir deine Schatten fester einzugraben.
Tränen liegen auf meinen Wangen.

Einen einzigen Tag frei sein!
Wo ich lodern kann und mich entzücken.
Mich hingeben des Wahnes schöner Hoffnung.
Dem Wunsch, Ketten zu brechen,
Und Licht zu trinken …
Einen einzigen Tag Licht schauen!

Einen einzigen Tag frei sein!

Verfasst von Anni Kloß mit Hilfe von Ingeborg Bachmann

Der Spanner

4. Auszug  aus Balladus neuem, noch unveröffentlichten Buch ‚Tote brauchen keinen Himmel‘

Bennstedt ‚Zur alten Scheune‘, Dienstag, 2.10. 2018

Bei der Zusammenkunft des ZKV am 31. Oktober 2017, konnten die beiden Detektive aus Düsseldorf noch nicht viel neue Fakten aufweisen, die für einen Zusammenhang zwischen dem Russen Sergej Wlassow und Ninas Freund Horst Beier sprachen. Das einzige Ermittlungsergebnis besagte, dass Sergej noch am letzten Tag des Krieges, erschossen worden war. Die weitere Recherche bezüglich der deutschen Küchenhilfe, die bei der Flucht maßgeblich geholfen hatte, brachte etwas reichere Erkenntnisse. Die aus einer kleinen Bauernfamilie stammende Ilse Schäfer, war am 17.7.1925 in Kölme geboren worden. Im März 1944 wurde sie zur Zwangsarbeit im KZ Wansleben verpflichtet. Am 23.8.1945 brachte sie ihren und Sergejs Sohn Dimka (Sergejewitsch) zur Welt. Ab 1946 lebten sie und das Kind mit dem russisch-tschetschenischen Offizier Ramsan Kadyrow in Halle zusammen. Die Mutter starb bereits am 21. April 1953 an einer Blutvergiftung. Kadyrow adoptierte das Kind, es erhielt den Namen Dimka Sergejewitsch Kadyrow. Der Junge wuchs praktisch in der Kasernenstadt am Rande der Heide von Halle auf. Im Herbst 1963 wurde Dimka für drei Jahre zum Militärdienst in der Sowjetarmee nach Moskau eingezogen und besuchte danach für drei Jahre eine Offiziersschule.

Mehr hatten Ernst Wolf und Paula Peters vor einem Jahr nicht herausfinden können. „Das sieht dieses Mal etwas besser aus,“ begann Ernst Wolf mit dem Bericht über die neuen Erkenntnisse, nachdem sich die heute teilnehmenden Mitglieder des ZKV begrüßt hatten. Günther Hossa in seiner bekannten Art, ohne ein Wort von sich zu geben. Er sah nur auffordernd zu Lena. Die nickte mit dem Kopf in Richtung Detektiv-Duo. Mit nur zwei Worten, „neue Ergebnisse?“ wandte er sich an Wolf.

„Bevor wir mit unseren Berichten loslegen, möchte ich gern, dass der ältere Herr, der gerade den Gastraum betreten hat, mit an unserem Tisch Platz nimmt.“ Er winkte dem Mann zu, der an der Tür unschlüssig stehen geblieben war, „bitte setzen sie sich doch zu uns,“ und zeigte auf den freien Stuhl neben Paula.

Erstaunt musterten die ZKV-Mitglieder die zwar kleine, aber aufrechte, schlanke Gestalt des Mannes, sein rundes mit vielen Fältchen durchzogenes Gesicht, die senkrecht stehenden, kurz geschnitten, grauen Haare, die an früher üblichen Bürstenschnitt erinnerten, und verfolgten interessiert wie der Fremde ohne Gehhilfe sicheren Schrittes wortlos zum Tisch kam, nur nickend grüßte und sich setzte.

„Wir werden den euch noch unbekannten Gast etwas später vorstellen, wenn ihr gestattet.“ Ernst sah lächelnd von einem zu anderen, bemerkte dass Susanne etwas sagen wollte, schüttelte nur leicht den Kopf und sie schwieg. Der Fremde sah sich aufmerksam um, nickte nochmals allen verhalten zu, nur Paula schenkte er ein verschmitztes Lächeln.

Ernst Wolf sah auffordernd zu seiner Partnerin, „zuerst ist Paula dran. Sie kann den ersten Teil viel spannender erzählen als ich.“

„Weil sie nicht nur schnüffeln kann,“ konnte Balla sich nicht bremsen einzuwerfen, „sondern auch Fantasie und Humor hat. Woran es dir, schon wegen deines Vornamens, mangelt.“

„Halt die Klappe Balla!“ knurrte Hossa.

Die Anwesenden amüsierten sich, weil die Kabbelei zwischen den eingeschworenen Freunden Ernst Wolf und Emil Balla schon zur Tradition der Besprechungen gehörte.

Paula Peters nutzte diese Zeit, um nach dem richtigen Anfang zu suchen. „Deine Informationen Susanne, haben…“

„Die Informationen vom Freund meiner Tochter,“ warf die Cremer ein.

„… na klar, deinem Schwiegersohn …“ sie hob nur kurz ihren rechten Arm, um einen erneuten Einspruch zu verhindern, „Lewan Taktakischwili, haben uns den Durchbruch gebracht. Wir müssen mit unseren Gedanken erst einmal zurück bis zum November 1994, also kurz bevor der erste Tschetschenische Krieg begann.“

Halle-Neustadt, Freitag, 11. November 1994

„Warum musst du nach Tschetschenien?“ Angela streichelte die Wange des neben ihr im Bett liegenden Mannes, „von dort hört man nicht gerade beruhigende Nachrichten, Dimka. Sag mir die Wahrheit.“

Der mittelgroße Mitvierziger, Dimka Sergejewitsch Kadyrow, mit untersetzter Figur und die sechs Jahre jüngere Angela Beier, lebten seit 1970 zusammen. Obwohl sie nicht verheiratet waren, fühlten sie sich wie eine fast richtige Familie. Es fehlte nur noch ein Kind, das sich beide sehr wünschten, aber bisher war ihnen dieser Wunsch unerfüllt geblieben. Die Lehrerin für Russisch und Geschichte hatte den russischen Offizier mit deutschen Wurzeln, der nach dem erfolgreichen Abschluss der Offiziersschule wieder nach Deutschland geschickt worden war, am 1. Mai 1970 bei der traditionellen Demonstration in Halle-Neustadt kennengelernt.

„Es gibt Konflikte zwischen Russland und Tschetschenien,“ begann Dimka langsam, überlegte dann, was er sagen könnte, um Angela möglichst nicht zu ängstigen, „nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung der Tschetschenen durch Dudajew, schwelt in diesem Land die Unruhe. Seit nun auch noch der Putsch der prorussichen Gruppe fehlgeschlagen ist, sieht es jetzt so aus, als würde Jelzin Militär in dieses Land einmarschieren lassen. Viele Kommandeure und Offiziere haben sich scheinbar geweigert Befehle in dieser Richtung, also der eines Einmarsches in Tschetschenien, auszuführen…“

„Recht haben sie!“ warf Angela energisch ein.

„Ja … wahrscheinlich. Ich weiß im Moment noch nicht, was ich machen soll. Vielleicht kann ich ja vor Ort verhindern, dass es zu einem unnützen Blutvergießen kommt?“

Angela beugte sich kopfschüttelnd über den Mann, „du setzt dich einer zusätzlichen Gefahr aus, Dimka. Und wie soll das gehen, bei einem Krieg das Töten verhindern?“

Der inzwischen zum Oberst beförderte Kadyrow, war im August dieses Jahre 1994 mit den anderen russischen Besatzungstruppen von Deutschland nach Russland zurückgekehrt und in der Nähe von Moskau stationiert worden. Angela wollte erst mit ihm nach Russland gehen, aber dann beschlossen beide, dass sie doch in Deutschland bleiben sollte. Dimkas Dienstzeit betrug bereits 31 Jahre und er hatte fest vor, nach dem Einsatz in Tschetschenien, aus der Armee auszuscheiden.

„Man hat mich zum Kommandeur der selbständigen Luftsturmbrigade Kamyschin gemacht.“

„Was heißt das?“ fragte Angela verwundert, „macht das die Situation besser?“

„Ja. – Glaube ich zumindest.“ Dimka überlegte, bevor er weitersprach, „ich bin der Kommandeur, ich entscheide. – Du kennst mich Ela und du weißt, dass mein Stiefvater gebürtiger Tschetschene und wie ich Offizier der Sowjetarmee war. Er glaubte nicht nur an die kommunistische Idee einer klassenlosen Gesellschaft, er handelte auch bis zu seinem Tod danach.“ Erneut dachte Dimka ein paar Sekunden nach, „ich werde kein unnötiges Morden zulassen, Ela.“

„Dein Stiefvater ist tot?“ Angela sah den Mann erstaunt an.

„Er …“ Dimka zögerte nur einen kurzen Moment, „… ist … in einem Krieg gefallen.“

„Was? Wo und wann denn?“

„Er war Befehlshaber der Besatzungstruppen des südlichen Gebietes in Afghanistans mit Sitz in Kandahar. 1983 wurde er vom Oberbefehlshaber der Besatzungstruppen Generalleutnant Igor Rodionow nach Kabul zu einer Lagebesprechung befohlen. Mein Vater flog mit der Patrouillenversion vom Typ TU-95, der TU-142, ohne zu wissen, dass die Russen nicht mehr die sichere Lufthoheit besaßen. Prompt wurde ihr Flugzeug mit einer hochmodernen Stinger-Rakete abgeschossen. Von der vierköpfigen Flugbesatzung sind drei sofort getötet worden, während der Vierte, mein Vater und zwei seiner Stabsoffiziere, mit Fallschirmen abspringen konnten, aber alle vier wurden noch in der Luft hängend von Scharfschützen getötet.“

„Das ist furchtbar, Dimka.“ Die Frau drehte ihren Kopf ein wenig zur Seite, damit der Mann nicht sehen konnte, dass sie mit den Tränen kämpfte. „Die Mächtigen dieser Welt, ob im Osten oder Westen, haben alle Dreck am Stecken. Du darfst nicht auch zum Opfer … oder Mörder werden, Dimka.“

„Wenn ich nicht gehe, dann befördern sie einen anderen und schicken den in den Krieg.“ Dimka winkte ärgerlich ab.

Doch die Frau ließ sich nicht beruhigen. „Jede Art von Krieg müsste in der heutigen Zeit verboten werden. Haben die Menschen denn nichts aus der Vergangenheit, den zwei großen Weltkriegen und den vielen, zwar vergleichsweise kleinen Kriegen, die aber mit furchtbaren Nachfolgeproblemen die Menschen quälen, gelernt? Muss das immer so weitergehen, Dimka?“

Beide schwiegen geraume Zeit.

„Was ist eigentlich mit deinem richtigen Vater, Dimka? Du hast nie von ihm erzählt. Warum? … oder … was ist mit ihm passiert?“ Erneut sah die Frau dem Mann eindringlich in die Augen. Der Blick sagte deutlich, dass sie sich nicht ohne eine Antwort zufriedengeben würde.

„Mein Stiefvater hat über diese Zeit nicht gern gesprochen und wenn, dann nur sehr spärlich. Ich weiß nur, dass mein leiblicher Vater, ein großgewachsener, bärenstarker Russe, Sergei Iwanowitsch Wlassow wohnhaft in Moskau, im April 1945 aus einem Nebenlager des KZ Buchenwald zusammen mit drei anderen Leidensgefährten fliehen konnte. Die drei, ich glaube es waren Dänen, haben es geschafft, aber er wurde am letzten Tag des Krieges erschossen. Kurz bevor er sich bei den Amerikanern in Sicherheit bringen konnte…“ Er zögerte einen Augenblick und fügte dann noch hinzu, „…wahrscheinlich erschossen, denn seine Leiche wurde nie gefunden.“

„Und deine Mutter? … wer war dann deine Mutter? … eine Deutsche? … oder? … und warum ist sie tot?“

„Sie zog sich im Juni 1953 eine Blutvergiftung zu und starb am 16. Juni 1953 auf dem Weg in die Klinik. Ja, sie war eine Deutsche, arbeitete in dem KZ als zwangsverpflichtete Küchenhilfe und nur mit ihrer Hilfe, ihrer Ortskenntnis, konnte die Flucht der vier Häftlinge auf dem Todesmarsch aus dem KZ Richtung Saale, gelingen.“

„Es ist nicht zu fassen, deine Mutter hat die Flucht organisiert und ausgerechnet ihr Geliebter, dein Vater, wurde erschossen? … entschuldige Dimka, ich finde das nur irgendwie … na ja, hatte er vielleicht einen Rivalen?“

Dimka sah seine Frau an, ‚wie kam sie nur darauf?‘ Er hatte darüber nie nachgedacht. Im April war doch noch Krieg. Außerdem war sein Vater auf der Flucht vor der SS. Aber eine personifizierte Tötung mit dem Motiv Eifersucht? Das konnte der Mann nicht nachvollziehen. „Das ist doch Unsinn, Ela. Du hast zu viel Fantasie.“

„War deine Mutter schön?“

Dimka schüttelte den Kopf. „Sie war eine Küchenhilfe.“

„Na und?“ Die Beier besann sich, „aber das ist jetzt wirklich unwichtig, Dimka. Wir haben nur noch diese Nacht.“

Sie küsste dem Mann auf den Mund, zog ihn langsam zu sich, bis er auf ihr lag, nein, über ihr schwebte, denn Dimka war stark und stützte sich so ab, dass sie sein Gewicht kaum spürte. Diese überaus zärtliche Berührung ihrer Haut mit seiner, ließ sie lustvoll erzittern und sie stöhnte auf vor Wollust, als der Mann in sie eindrang. So intensiv, so ganz und gar in ihr drin, mit ihr verschmolzen, hatte sie ihren Dimka noch nie vorher empfunden.

Am nächsten Morgen verließ Oberst Kadyrow nachdenklich, aber sehr ruhig und ausgeglichen, den fünfstöckigen Wohnblock in Halle-Neustadt, vor dem ein Taxi wartete, dass ihn zum Flughafen nach Berlin brachte, von wo aus er mit der Aeroflot nach Moskau flog. Dort brauchte er nur einen Tag, um seine Ausrüstung zu packen, den Einsatzbefehl aus dem Verteidigungsministerium abzuholen und sich von seinem Armeefreund, Iwan Pawlow zu verabschieden, mit dem er mehrere Jahre in Deutschland stationiert gewesen war, 1994 den Rückzug aus Deutschland mitgemacht hatte und der mit ihm die letzten Monate in Moskau verbracht hatte. Am nächsten Tag, Montag, dem 14. November, flog Oberst Kadyrow mit der Aeroflot nach Wolgograd, fuhr zweihundert Kilometer mit dem Auto am Westufer der Wolga entlang bis zu den Kasernen in Kamyschin, in denen seine Truppe, deren Kommandeur er ab heute war, schon seit längerer Zeit stationiert war.

Dorothea-Leporin-Klinik

3. Auszug  aus Balladus neuem Buch ‚Tote brauchen keinen Himmel‘

Halle, Montag, 23. Januar 2017

„Mein Name ist Stolz,“ der junge Mann schob seinen ehemaligen Chef im Rollstuhl, den er sich bei seiner Ankunft im Klinikum besorgt hatte, der vor ihm stehenden Frau direkt vor die Füße. „Das ist Dr. Prost. Er hat im Betrieb plötzlich starke Schmerzen im linken Bein bekommen. Er wollte selbst in diese Klinik fahren, aber weil das nicht ging, habe ich ihn hierhergebracht.“

„Warum haben sie keinen Krankenwagen gerufen?“ fragte die schlanke, dunkelhaarige, vielleicht fünfzigjährige Frau, auf deren Schild am weißen Kittel, Oberärztin Dr. Pannwitz stand, während sie bereits den Patienten untersuchte.

„Dr. Prost war sich nicht sicher, ob der Notdienst ihn auch genau hierher, zu ihnen, gefahren hätte. Also habe ich das übernommen.“

„Verstehe. Das war richtig so Herr …“ sie sah dem jungen Mann fragend ins Gesicht.

„Stolz, Michael Stolz.“

„… Herr Stolz. Wir kennen Herrn Prost und sein Problem. Meine Assistenzärztin wird den Patienten gleich übernehmen.“

„So lange warte ich noch.“

„Wie sie wollen.“ Die Ärztin drückte dem Mann kurz die Hand und verließ den Behandlungsraum.

Kurz danach betrat eine junge Frau, ebenfalls im weißen Kittel mit Namensschild, das Zimmer. Sie blieb kurz stehen, als sie den großen, breitschultrigen, etwa gleichaltrigen Mann mit der athletischen Figur entdeckte. Offensichtlich hatte sie nur an den siebzigjährigen Patienten gedacht und war jetzt überrascht, einen viel Jüngeren zu sehen. Außerdem wirkte der Gesichtsausdruck des Mannes angenehm auf sie. Dabei würde man auf den ersten Blick eher sagen, ein herber, nicht besonders schöner Mann. Der erste Eindruck entstand durch die weiße, glattrasierte Haut des Gesichts, mit den vielen unsystematisch verteilten Sommersprossen, den einfach halblang geschnittenen, dunkel-braunen, leicht rötlichen Haaren. Interessanterweise verschwand durch die Brille der etwas stupide Eindruck. Die eindrucksvolle Größe und Statur des Mannes korrigierten das Bild ins Positive. Dorothea zog den Schluss, ein attraktiver Mann. Sie ging lächelnd auf Stolz zu. „Ich bin die Assistenzärztin Dorothea Ruge. Sind sie der Sohn?“

Stolz war so in den Anblick der Frau vertieft, dass die Frage, wenn auch mit dunkler, angenehmer, einprägsamer Stimme gesprochen, nur wie aus der Ferne zu ihm kam. Ihm gefiel alles, was er sah, die gut proportionierte Figur mit dem wohlgeformten Busen, die leicht welligen, dunklen, fast schwarzen Haare im Bubikopf Schnitt, das ebenmäßiges Gesicht mit den braunen Augen – nur die Nase wirkte, wenn man die Frau direkt von vorn betrachtete, etwas zu breit geraten. Sogar dieser kleine Schönheitsfehler gefiel Stolz. Irgendetwas zog ihn magisch zu dieser Erscheinung hin. Dabei hatte er sie doch gerade zum ersten Mal gesehen.

Plötzlich spürte der Mann Prosts Hand an seinem Arm, erwachte spontan aus seinen Gedanken und erinnerte sich der an ihn gestellten Frage. „Nein, nein,“ Stolz lachte kurz auf, „Dr. Prost ist ein ehemaliger Kollege. Aber, wenn sie so wollen, bin ich auch ein Nachfahre von ihm, denn ich arbeite genau da, wo früher der Doktor gearbeitet hat.“

„Und das ist, wenn ich fragen darf?“ Wieder lächelte die Frau.

„C-V-Anlage bei OPA Industrial, aber ich bin nur Fachingenieur. Der Doc war dort der Chef.“

„Das kann ja noch kommen, Michael,“ mischte sich der Patient ein, „so, wie ich Harry Kupfer verstanden habe, bist du absolut dazu geeignet.“

„Gut, dass sie uns erinnern Herr Dr. Prost, dass sie hier eigentlich die Hauptperson sind. Ich bringe sie jetzt auf ihr Zimmer. Sie sollen gleich morgen früh operiert werden, aber vorher müssen wir noch einiges erledigen.“

„Kann ich dann morgen schon den Doc besuchen?“ Stolz sah nur die Frau an.

„Das ist doch nicht nötig,“ sagte Prost schon wieder grinsend, weil die spontane, offen zu Tage tretendende Bewunderung seines Kollegen für die Frau, seinen Schmerz wohl etwas verdrängt hatte. Natürlich wusste er auch, dass Stolz nur wegen der Ärztin wiederkommen wollte.

„Doch, doch,“ stammelte Stolz, „ich muss ihnen noch zur Anlage ein paar Fragen stellen.“

„Nein, morgen wird das nichts,“ sagte die Ruge, „die OP ist nicht ganz einfach, kann also lange dauern, dann folgt die Aufwachphase, die bis in die frühen Morgenstunden dauern kann. Kommen sie am besten übermorgen.“

Die dreißigjährige Dorothea Ruge war in Friedrichsbrunn im Harz geboren, wuchs in Mahlwinkel auf, wo sie auch die ersten vier Jahre von 1993 bis 1998 zur Schule ging. Ab 5. bis 8. Klasse, musste sie mit dem Bus nach Angern fahren und fürs Gymnasium hatte sie die Mutter in Osterburg angemeldet, weil es da eine gute Internatsunterbringung gab. Danach arbeitete sie drei Jahre als Krankenpflegerin im Osterburger Krankenhaus und begann 2010 ihr Medizinstudium in Magdeburg, das sie 2015 als Diplommedizinerin abschloss. Seit 1. September 2015 arbeitete sie als Assistenzärztin an der Klinik ‚Dorothea Leporin‘ in Halle (Saale).

„Sind sie dann auch wieder im Dienst Frau Doktor?“ Stolz blickte hoffnungsvoll auf die Ärztin.

„Ich muss sie enttäuschen,“ sagte die Ruge, wieder mit dem gleichen charmanten Lächeln, und Prost beobachtete amüsiert, wie das Gesicht seines jungen Kollegen einen Hauch von Traurigkeit überflog.

„Den Titel habe ich noch nicht verdient,“ fuhr die Frau fort, „ich bin erst dabei, meine Doktorarbeit zu schreiben. Aber, na klar bin ich übermorgen da.“

‚Schon strahlt er wieder‘, registrierte Prost, der zur mehrfachen Wiederholung seines Titels und die vordergründige Betonung ‚Chef‘, nur geduldet hatte, weil er natürlich wusste, das Stolz das nur tat, um bei der Frau Eindruck zu schinden. „Dann mach dich mal schnell wieder in die Anlage, Michael, sonst tanzen deine Anlagenfahrer noch auf den Tischen.“

„Das sind doch keine Schü…,“ Stolz merkte, dass Prost ihn nur hatte auf den Arm nehmen wollen, hüstelte verlegen, „also, ich geh dann. Auf Wiedersehen Dr. Prost,“ sah zur Ärztin, „und bis übermorgen.“

Stolz ging dicht an der Frau vorbei zur Tür und verschwand. Der Blick, mit dem die junge Frau seinem begegnete, ließ den Mann innerlich jubeln, so dass er einen Luftsprung auf dem Flur vollführte, sich dann aber schnell versicherte, dass ihn niemand beobachtet hatte. Die zwei Krankenpflegerinnen schienen so beschäftigt, dass sie wohl nichts bemerkt hatten. Schnell verließ der Ingenieur die Krankenstation.

Zwei Tage später, am Mittwoch den 25. Januar, betrat Stolz erneut die Station der Klinik, in der die an der sogenannten Schaufensterkrankheit leidenden behandelt wurden. Inzwischen hatte der Mann sich natürlich im Internet kundig gemacht und wusste deshalb, dass es sich um eine periphere arterielle Verschlusskrankheit, also eine Arteriosklerose in den Beingefäßen handelte, die vor allen Dingen im Alter ab 55 Jahre auftrat. Das typische Symptom dieser Verengung der Schlagadern waren starke Schmerzen in den Beinen. Diese äußerten sich vorrangig bei körperlicher Anstrengung, dadurch mussten die Betroffenen beim Gehen häufig Pausen einlegen. Meistens wird diese Krankheit zu spät entdeckt und dann hilft nur eine Operation. Die besondere Gefahr dieser Krankheit lag darin, dass durch die verminderte Durchblutung, die Wunden an den Füßen schlechter heilten, im schlimmsten Fall konnte Gewebe absterben. Ist dies der Fall, muss das Gewebe schnell entfernt werden, da sonst eine lebensgefährliche Blutvergiftung drohte. Das kann bis zur Amputation führen, was diese Krankheit für die Betroffenen brisanter machte. Obwohl Rauchen als eine Hauptursache beizeiten erkannt worden ist, hält diese Aussicht viele Menschen nicht auf, vom Rauchen Abstand zu nehmen.

Stolz ging langsam den Flur entlang, an Prosts Zimmer vorbei bis zum Schwesternzimmer, das sich an einen mit großen Glasfenstern zum Flur hin abgetrennten Raum anschloss und auf Stolz den Eindruck machte, wie der Empfang in einem Hotel, nur eben nüchterner, was schon allein die weiße Farbe bewirkte. Die Tür, aber auch die Fenster zum Flur, standen offen. Stolz sah zwei Schwestern, die eine saß in der Mitte des Raumes am Tisch und schrieb, während die andere in der Nähe des offenen Fensters am Computer saß. „Entschuldigung, ich suche Frau Dorothea Ruge,“ Stolz wartete auf eine Reaktion und als die Schwester ihren Kopf zu ihm drehte, fügte er noch erklärend hinzu, „sie wollte noch mit mir sprechen.“

„Sie wird wohl im Arztzimmer sein,“ die Schwester zeigte nach rechts den Gang hinunter.

„Danke.“

Es war nur zwei Türen weiter auf der rechten Seite. Davor befand sich das Zimmer der Oberärztin Dr. Pannwitz.

Stolz war sich nicht sicher, ob er einfach anklopfen sollte, ging erst einmal weiter und überlegte, was er wohl sagen könnte. Plötzlich hörte er hinter sich, wie eine Tür geöffnet wurde, drehte sich um und sah Dorothea auf den Flur treten.

Sie bemerkte ihn sofort. „Hallo Herr Stolz, das Zimmer von Dr. Prost liegt doch in der anderen Richtung,“ schmunzelnd fügte sie noch hinzu, „vergessen?“

„Ach, ich war so in Gedanken, da bin ich wohl vorbeigelaufen.“ ‚Sie hat sich deinen Namen gemerkt‘, jubilierte es in ihm. Er musste sich zusammenreißen, denn er wollte nicht, dass sie ihm seine Freude darüber ansehen könnte.

„Kommen sie, ich wollte auch gerade zu…,“ sie zögerte einen Moment, „…ihrem Vorfahren?“ Lachend dreht sie sich um und schritt voraus, während Stolz ihr schnell folgte.

„Hallo Herr Prost, wie geht es ihnen?“ Die Assistenzärztin blieb an der Stirnseite des Bettes stehen.

„Abgesehen davon, dass die vielen Schläuche, die scheinbar aus meinem Körper zu kommen scheinen, mir Angst machen, ganz gut. – Ich muss sie auch noch etwas fragen.“

„Aber gerne, bitte fragen sie.“

Inzwischen stellte Stolz sich schweigend neben das Bett murmelte nur, „Tag Doc,“ und sah mit kribbelnden Gefühl zur Ruge.

Prost warf nur einen kurzen Blick auf seinem Besuch, „hallo Michael,“ dann konzentrierte er sich wieder auf die Ärztin. „So eine Halbnarkose war für mich eine vollkommen neue Erfahrung. Ich habe zwar nur die Schatten der zwei Frauen, die mich operiert haben, auf dem Tuch vor meinem Gesicht gesehen und auch die Worte nicht verstanden, die die beiden gewechselt haben, aber das lief alles derart ruhig ab, dass ich vollkommen entspannen konnte und die vier Stunden OP sind relativ schnell vergangen.“

„Ich weiß, dass haben sie uns gestern gleich nach der OP auch gesagt und sich bedankt. Das kommt nicht so oft vor und hat uns sehr gefreut.“

„Ja, leider hatten sie ja noch die OP-Tücher vor dem Gesicht, so dass ich sie gar nicht erkennen konnte. Sagen sie, wer war die zweite Frau?“

„Frau Oberärztin Dr. Pannwitz hat die OP geleitet.“ – „Ich habe nur assistiert“, fügte sie bescheiden hinzu.

„Ich sage ihnen noch einmal, Dankeschön. Die OP war für mich eine neue Erfahrung und außerdem für mich, den Patienten, fast – ein Kinderspiel.“

„Das ist doch unsere Aufgabe Herr Prost,“ während sie sprach begutachtete sie den Verband, der das gesamte linke Beine von oben bis unten umgab, „wichtig wird sein, wie sich das alles weiterentwickelt und wie letztendlich der Effekt für sie sein wird.“

„Ja, da bin ich auch gespannt.“ Prost warf einen kurzen Blick zu seinem Kollegen, doch der hatte nur Augen für die Ruge. „Es ist schön, dass sie meine eigene Ader wiederverwenden konnten.“

„Ja, das hat uns auch überrascht, weil wir das nach Auswertung der Röntgenbilder eigentlich nicht erwarten konnten,“ nun begutachtete sie die Schläuche, die unter dem Verband hervorkamen und in kleinen Beutelchen endeten. Als letztes warf sie einen Blick auf den Katheder in dem sich der Urin sammeln konnte. „Aber so, mit ihrer eigenen Ader, ist es tatsächlich besser, weil auf diese Art der angestrebte Effekt noch günstiger ausfallen könnte.“

„Ich werde Frau Pannwitz morgen bei der Visite das auch noch einmal sagen.“ Prost sah die Ruge an, „na, alles in Ordnung?“

„Ja, ja. Alles okay. Ich lasse sie jetzt mit ihrem Besuch allein. Danach muss ich noch den nächsten notwendigen Schritt mit ihnen besprechen.“ Sie drehte sich um und verließ das Zimmer.

„Dr. Prost…,“ Stolz wollte ein Gespräch beginnen, obwohl er gar nicht recht wusste, was er sagen sollte-

„Michael,“ Prost unterbrach sofort seinen Kollegen, „erstens habe ich dir von Anfang an gesagt, dass du natürlich auch du zu mir sagen kannst, wenn ich das tue, denn andernfalls muss ich dich auch wieder siezen.“ Prost hob kurz die rechte Hand, um Stolz am Sprechen zu hindern, „und zweitens muss du dich nicht lange hier bei mir aufhalten. Geh der Ruge hinterher, bevor sie irgendwohin verschwindet. – Ihr passt beide gut zusammen, glaube ich,“ fügte Prost lächelnd hinzu.

„Ja, du hast schon recht Doc. Ich bin eigentlich wirklich nur wegen Dorothea wieder hier.“ Erschrocken über seine ehrlichen Worte sah er Prost entsetzt an.

Doch der lachte, „sag ich doch.“

„Die alten Hasen in der Anlage haben schon recht mit ihrer Meinung zu dir…“

„Genug, jetzt hau schon endlich ab.“ Prost drehte den Kopf auf die Seite, mehr traute er sich noch nicht zu bewegen.

Stolz überlegte noch einen kurzen Moment. „Mach’s gut Doc.“ Dann verließ er leise den Raum.

Der Flur war leer. ‚Verdammt.‘ Stolz überlegte kurz, ging dann zurück zum ‚Empfang‘ und atmete auf, als er die Ruge sah.

Die hatte wohl genauso auf ihn gewartet, denn sie kam gleich auf den Flur zurück, „ich habe noch ein paar Minuten, gehen wir da hinten in den Besucherraum?“

„Ja, natürlich. Mein Doc hat…“

„Das scheint ein erfahrener Mann zu sein?“ Die Ruge sagte das lächelnd, so dass Stolz ganz schwummrig wurde.

Er sah die Frau an. „Und hat er recht?“

„Ich kann zwar nur raten, was er gesagt hat, aber da du, entschuldige…“

„Ach was entschuldige. Das du ist schon richtig. – Und ja, er hat mich dir gleich hinterhergeschickt,“ fügte er lachend noch hinzu.

„Die OP war auch für mich eine gute Erfahrung.“ Die beiden standen auf dem Flur der Station uns sahen sich in die Augen. „Eine derart lange Arterie können wir nicht allzu oft so komplett retten.“

„Was ist eigentlich die Ursache für die Schaufensterkrankheit?“ Die Frage war ihm einfach so rausgerutscht, denn sein Blick verlangte nach etwas ganz anderem.

„Arteriosklerose entsteht,“ begann die Ruge mit leicht leuchtenden Augen sofort zu erklären, obwohl ihr der Blick des Mannes nicht entgangen war, „wenn Fett in die Gefäßwände eingelagert wird, was vor allem durch zu hohe Blutfettwerte begünstigt wird, die durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel oder durch genetische Defekte bedingt sein können. Ebenso erhöhen Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Übergewicht das Risiko für eine Gefäßverengung.“

„Ist nach der OP alles wieder im Lot oder was muss der Patient tun?“ Stolz blieb beim Thema, weil er mit Erstaunen feststellte, dass ihm diese Art von Gespräch mit der schönen Frau gefiel.

„Nein, zum ersten Teil der Frage,“ das Leuchten der Augen der Frau verstärkte sich und es kam ihr darauf an, dem sie immer mehr interessierenden Mann überzeugend zu antworten, „denn wenn es erst einmal so weit gekommen ist, dass operiert werden musste, dann ist die Krankheit schon so vorangeschritten, dass sie nur noch eingedämmt, aber nicht vollständig ausgeräumt werden kann.“ Die Ruge dachte kurz nach, ohne ihren Blick zu senken. „Zum zweiten Teil deiner Frage kann ich nur so viel sagen, dass alles Weitere ab jetzt maßgeblich von ihm selbst abhängt. Bewegung, Bewegung, Bewegung. Das ist das A und O.“

„In Bewegung bleiben ist sicher für jeden Menschen in jedem Alter wichtig,“ stellte Stolz trocken fest.

„Ja, richtig,“ bestätigte die Ruge, „aber im Alter, und erst recht bei einer solchen Krankheit, ist das umso wichtiger.“

„Ich denke, das sollte für den Doc kein Problem sein.“ Und weil die Ärztin ihn fragend ansah, ergänzte er noch, „wenn das, was ich von meinen Kollegen über ihn gehört habe, stimmt, wird er diese Forderung auf alle Fälle erfüllen.“

„Das würde mich für ihn freuen.“ Die Ruge senkte nur kurz den Blick, um dann mit neuem Leuchten in den Augen fortzufahren, „aber jetzt möchte ich gern dir eine Frage stellen.“

„Nur zu.“

Beide mussten zur Seite treten, weil ein Krankenpfleger mit einem Patienten im Bett den Flur entlang kam. Erst dann redete die Ruge weiter. „Was macht ihr denn in eurem OPA Industrial und was speziell machst du?“

„Wir produzieren VC,“ Stolz bemerkte den fragenden Blick der Ruge und fuhr lächelnd fort, „das ist der Grundbaustein für einen speziellen Plast, also in unserem Falle wird daraus durch Polymerisation PVC, also Poly-VC. Ich arbeite in der V-Fabrik als Ingenieur zur Betreuung der Anlage.“

„Darüber würde ich gern mehr erfahren, wenn es erlaubt ist.“ Die Ruge sah Stolz fragend an.

„Es ist erlaubt und ich würde nichts lieber tun.“ Er beobachtete den interessiert gespannten Gesichtsausdruck der Frau und hatte plötzlich das Empfinden sofort etwas dafür tun zu müssen, damit er sie nicht wieder aus den Augen verlieren konnte. „Und doch habe ich vorher eine Frage an dich.“ Er wartete eine Sekunde, „darf ich dich zu einem gemütlichen Essen einladen, Dorothea?“

„Doro, meine Freunde sagen alle Doro zu mir. Ja. Aber, ob Essen oder nicht, wir sollten uns treffen, denn ich muß mich jetzt schnell auf der Station wiedersehen lassen.“

„Morgen …“

„Morgen kann ich leider nicht, aber am Sonnabend habe ich frei.“

„Dann könnten wir uns ja schon früher treffen?“ Stolz sah die junge Frau an und da er nichts Gegenteiliges aus ihrer Miene ablesen konnten fuhr er fort, „vielleicht um 14 Uhr am Händeldenkmal auf dem Markt?“

„Einverstanden,“ sagte die Ruge schnell und reichte dem Mann die Hand, „also dann bis Sonnabend. – Auf Wiedersehen.“

Und schon war sie verschwunden.

„Tschüss!“ rief ihr Stolz hinterher, „murmelte dann nur noch, „ich freue mich.“

Er stand ebenfalls auf und verließ langsam den Raum.